Russisch-orthodoxe Gemeinde in Bamberg unter dem Patronat des Hl. Sebastian von Karaganda. Seit 2004 wird in der Kapelle St. Sebastian sonntäglich die Göttliche Liturgie gefeiert — eingebettet in das Gebet und die heilige Überlieferung der orthodoxen Kirche.
Russisch-orthodoxe Gemeinde unter dem Patronat des Hl. Sebastian — im Herzen Bambergs
Die russisch-orthodoxe Gemeinde zu Ehren des Hl. Sebastian von Karaganda wurde 2004 in Bamberg gegründet und feierte 2024 ihr 20-jähriges Jubiläum. Wir gehören zur Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats.
Unsere Gottesdienste finden in der katholischen Kapelle St. Sebastian in Bamberg-Gaustadt statt. Die Kapelle bietet einen würdigen Rahmen für die orthodoxe Liturgie und steht allen offen, die den Glauben leben oder kennenlernen möchten.
Neben den regelmäßigen Gottesdiensten organisieren wir Pilgerreisen, Familienlager, Quests für Jugendliche und eine Sonntagsschule für Kinder. Die Gemeinde lebt aus der Göttlichen Liturgie, dem Gebet und der Beichte — getragen von Menschen, die im Alltag füreinander einstehen und sich gegenseitig im Glauben stärken.
Wer der Orthodoxie zum ersten Mal begegnet, findet hier eine knappe Einführung — was die orthodoxe Kirche ist, wie eine Liturgie verläuft und worauf beim ersten Besuch zu achten ist.
Die orthodoxe Kirche steht in ungebrochener Überlieferung mit der Kirche der Apostel und der sieben Ökumenischen Konzilien des ersten Jahrtausends. Sie umfasst weltweit etwa 250 Millionen Gläubige in eigenständigen Landeskirchen — darunter die Russische Orthodoxe Kirche, zu der unsere Gemeinde in Bamberg gehört.
Die Göttliche Liturgie dauert etwa zwei Stunden und gliedert sich in drei Teile. Zuerst bereitet der Priester hinter der Ikonostase — der Bilderwand des Altarraums — die Gaben Brot und Wein vor (sog. Proskomidie). Danach folgt die Liturgie des Wortes mit Gesängen, Lesungen aus den Apostelbriefen und dem Evangelium sowie der Predigt. Den Höhepunkt bildet die Liturgie der Eucharistie: durch das Wirken des Heiligen Geistes werden Brot und Wein in Leib und Blut Christi gewandelt — das zentrale Geheimnis des Glaubens. Gesungen wird auf Kirchenslawisch und Deutsch; einige Gebete spricht der Priester im Stillen.
In der orthodoxen Kirche wird während des Gottesdienstes traditionell gestanden — in unserer Gemeinde stehen Sitzgelegenheiten für Ältere und Kranke bereit. Viele Frauen bedecken beim Gebet den Kopf; ein Kopftuch ist willkommen, aber kein Hinderungsgrund für einen Besuch. Männer betreten den Kirchenraum ohne Kopfbedeckung. Beim Eintritt zünden viele eine Kerze vor einer Ikone an. Wer noch nicht orthodox ist, betet still mit; zur heiligen Kommunion treten ausschließlich orthodox Getaufte hinzu, die sich vorbereitet und gebeichtet haben. Nach der Liturgie wird Antidoron ausgeteilt — gesegnetes (nicht konsekriertes) Brot, das alle Anwesenden empfangen können, auch Nichtorthodoxe; ein Zeichen der Gemeinschaft und des Segens.
Die geistliche Leitung unserer Gemeinde
Die Göttliche Liturgie wird sonntags um 10 Uhr in der Kapelle St. Sebastian gefeiert, die Beichte ab 9:30 Uhr. Wer an der Liturgie teilnehmen oder die Orthodoxie kennenlernen möchte, ist willkommen.
Die Heiligen Mysterien (slaw. Tainstwa, griech. mystíria) sind die heiligen Handlungen, in denen unter sichtbaren Zeichen die unsichtbare Gnade Gottes mitgeteilt wird. Die Orthodoxe Kirche kennt sieben Mysterien — wie sie im Längeren Katechismus des heiligen Philaret von Moskau festgeschrieben sind. Bei Fragen zur Vorbereitung wenden Sie sich bitte direkt an Pater Maxim.
In der Taufe wird der Täufling im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes dreimal vollständig im geweihten Wasser untergetaucht. Dadurch wird er als Glied in den Leib Christi — die Kirche — aufgenommen und von allen Sünden gereinigt: sowohl von den ererbten Folgen des Sündenfalls (Sterblichkeit, Neigung zur Sünde — nicht aber persönlicher Schuld) als auch von allen eigenen Sünden, die er vor der Taufe begangen hat. Die Taufe ist das Tor zu allen weiteren Mysterien und kann nur einmal empfangen werden.
Spendung: durch einen Priester. Übergießen statt Untertauchen ist nur in unausweichlichen Notlagen erlaubt (z. B. im Krankenhaus). Säuglingstaufe ist die übliche Praxis; Erwachsene besuchen vorher eine Vorbereitungszeit (das sogenannte Katechumenat — eine Phase der Glaubensunterweisung). Anmeldung: persönlich oder telefonisch bei Pater Maxim. Erwachsene führen vor der Taufe ein Vorgespräch mit dem Priester.
Pate kann sein, wer selbst orthodox getauft ist, regelmäßig zur Beichte und Kommunion geht und bereit ist, das Patenkind im orthodoxen Glauben zu begleiten. In russischer Tradition wird üblicherweise ein Pate des gleichen Geschlechts wie der Täufling benannt; ein zweiter Pate ist möglich, aber nicht verpflichtend. Eltern selbst können wegen der geistlichen Verwandtschaft nicht Pate werden. In der Diaspora — also auch in Bamberg — genügt im Regelfall ein orthodoxer Pate; ein Familienangehöriger anderer Konfession kann als Taufzeuge anwesend sein. Die genaue Regelung besprechen Sie bitte mit Pater Maxim.
In der Myronsalbung wird der Neugetaufte mit dem heiligen Myron gesalbt — einem wohlriechenden Salböl, das vom Patriarchen von Moskau und ganz Russland geweiht wird. Die Salbung erfolgt an Stirn, Augen, Nasenflügeln, Ohren, Mund, Brust, Händen und Füßen. Dabei spricht der Priester die Worte „Siegel der Gabe des Heiligen Geistes". So empfängt der Gläubige seine persönliche Pfingstgabe — die Kraft des Heiligen Geistes für sein gesamtes christliches Leben.
Spendung: unmittelbar nach der Taufe durch denselben Priester — auch an Säuglinge. Sie ist kein Abschluss eines Reifeprozesses, sondern die Einwohnung des Heiligen Geistes von Anfang an: Wer in Christus eingekleidet ist, empfängt zugleich seine persönliche Pfingstgabe. Das heilige Myron wird vom Patriarchen von Moskau und ganz Russland geweiht und an die Diözesen verteilt.
Während der Liturgie spricht der Priester das große Eucharistiegebet (die Anaphora). Darin ruft er den Heiligen Geist herab (die Epiklese) — und durch dessen Wirken werden Brot und Wein wahrhaft in Leib und Blut Christi gewandelt. Wie genau diese Wandlung geschieht, beansprucht die Kirche nicht philosophisch zu erklären; sie bekennt nur, dass es geschieht. Der Empfang dieses Mysteriums ist die Vereinigung mit Christus selbst und Vorgeschmack des kommenden Reiches Gottes — der Kern jeder Sonntagsliturgie.
Empfang in russisch-orthodoxer Tradition: Die Gläubigen empfangen Leib und Blut Christi gemeinsam unter beiden Gestalten — Partikel des konsekrierten Brotes, die im Kelch mit dem Wein vereint sind — aus dem Kelch mittels eines vergoldeten Kommunionlöffels. Kinder, die getauft und chrismiert sind, kommunizieren von Geburt an.
Vorbereitung (nach russisch-orthodoxer Übung): Vor dem Kommunionempfang geht man zur Beichte. Ab Mitternacht hält man das eucharistische Fasten — also keine Speise, kein Getränk, auch kein Wasser. Bei Krankheit, hohem Alter oder Stillzeit kann der Priester Ausnahmen gewähren. Am Vorabend liest man die Vorbereitungsregel zur heiligen Kommunion, eine kurze Sammlung von Gebeten.
Die Beichte ist das Mysterium der Buße. Der Gläubige bekennt seine Sünden vor Gott — der Priester ist dabei nicht Richter, sondern Zeuge der Reue und Diener der göttlichen Vergebung. Über dem Büßenden spricht der Priester das Gebet der Vergebung, durch das der Gläubige die Vergebung Christi empfängt. In russischer Praxis geht die Beichte dem Empfang der heiligen Kommunion voraus.
Wann: Sonntags ab 9:30 Uhr vor der Liturgie, samstags vor der Vigil, sowie nach Vereinbarung. Vorbereitung: stille Selbstprüfung anhand der Zehn Gebote und der Seligpreisungen; gegebenenfalls eine schriftliche Liste der Sünden. Eine bewährte Beichthilfe — etwa nach dem hl. Theophan dem Klausner — ist auf Anfrage bei Pater Maxim erhältlich. Empfangen kann das Mysterium jeder orthodox Getaufte ab etwa dem siebten Lebensjahr (Alter der sittlichen Mündigkeit). Bei längerer Abwesenheit von der Beichte ist ein vorbereitendes Gespräch mit dem Priester ratsam.
Ein einzelner Priester spendet das Mysterium gültig und vollständig. Sie kann mehrfach im Leben empfangen werden und ist nicht auf Sterbende beschränkt." data-ru="В Соборовании (Елеосвящении) страждущий помазывается освящённым елеем для исцеления тела и души и оставления грехов, в которых он не помнит или не успел исповедаться (ср. Иак. 5, 14–15). Идеально совершается семью священниками с семью чтениями из Апостола и Евангелия — отсюда славянское название «Соборование» (совершаемое собором). Один священник совершает Таинство в полной силе и действительно. Может приниматься многократно в течение жизни и не ограничено умирающими.">In der Krankensalbung (slaw. Soborowanije) wird der Leidende mit geweihtem Öl gesalbt zur Heilung von Leib und Seele und zur Vergebung der Sünden, deren er sich nicht erinnert oder die er nicht zu beichten vermochte (vgl. Jak 5,14–15). Idealerweise wird sie durch sieben Priester unter sieben Lesungen aus Apostel und Evangelium gespendet — daher der slawische Name Soborowanije („gemeinsame Spendung"). Ein einzelner Priester spendet das Mysterium gültig und vollständig. Sie kann mehrfach im Leben empfangen werden und ist nicht auf Sterbende beschränkt.
Praxis: in der Pfarrgemeinde wird sie üblicherweise einmal jährlich in der Großen Fastenzeit gemeinschaftlich gespendet, daneben am Krankenbett. Bei schwerer Krankheit oder im Sterbefall ist Pater Maxim unter +49 1578 0932317 auch außerhalb der Gottesdienstzeiten direkt erreichbar.
Die Panichida (slaw. Панихида) ist der orthodoxe Gedächtnisgottesdienst für die Verstorbenen — kein Mysterium im engeren Sinne, aber ein zentrales Element des Gemeindelebens. Sie wird gehalten am dritten, neunten und vierzigsten Tag nach dem Tod, am Jahrestag, an den kirchlichen Elternsamstagen (besondere Gedenktage für die Verstorbenen im Kirchenjahr) sowie auf persönliche Bitte. Wer einen Verstorbenen ins Gebet der Kirche legen möchte, übergibt einen Gedenkzettel (Pomjannik) mit den Taufnamen vor der Liturgie oder wendet sich an Pater Maxim.
Das Mysterium der Ehe — wegen der aufgesetzten Brautkronen auch Krönung genannt — heiligt den Bund von Mann und Frau zu einer christlichen Hausgemeinde nach dem Bild der Liebe Christi zu seiner Kirche (Eph 5,32). Der Ritus besteht aus zwei Teilen. Bei der Verlobung tauschen die Brautleute die Ringe. In der eigentlichen Krönung werden ihnen die Brautkronen aufgesetzt; sie trinken dreimal aus einem gemeinsamen Kelch (als Zeichen des geteilten Lebens) und umschreiten dreimal das Analogion — ein kleines liturgisches Pult — unter Gesang der festlichen Troparien.
Voraussetzungen: in der Regel sind beide Partner orthodox getauft. Wenn ein Partner einer anderen christlichen Konfession angehört, entscheidet die Berliner Diözese im Einzelfall — bitte direkt mit Pater Maxim klären. Die kirchliche Trauung setzt die zivile Eheschließung voraus, und vor der Krönung findet ein Vorgespräch mit dem Priester statt. Termine: In den Fastenzeiten und an bestimmten Vortagen werden keine Trauungen vollzogen — bitte frühzeitig absprechen.
In der Priesterweihe (slaw. Swjaschtschenstwo, griech. Cheirotonia) wird dem Geweihten durch Handauflegung des Bischofs die Gnade gespendet, in apostolischer Sukzession den Dienst am Altar zu vollziehen. Die Kirche kennt drei Stufen des heiligen Priestertums:
Diakon — assistiert bei den Gottesdiensten, darf nicht selbständig zelebrieren oder Mysterien spenden.
Priester (Presbyter) — zelebriert die Göttliche Liturgie und spendet alle Mysterien außer der Priesterweihe selbst und der Myronweihe.
Bischof — steht in ununterbrochener Linie der Apostel-Nachfolge und besitzt die volle Vollmacht, alle Mysterien zu vollziehen; nur er weiht Priester und Diakone.
Praxis in der Russischen Orthodoxen Kirche: Priester und Diakone können aus dem verheirateten Stand kommen — sie müssen vor ihrer Weihe geheiratet haben; nach der Weihe ist eine Heirat nicht mehr möglich. Daneben werden sie aus dem Mönchsstand berufen (sogenannte Hieromonache — Mönchspriester). Bischöfe stammen ausschließlich aus dem Mönchsstand. Eine Bischofsweihe wird von mindestens zwei, in der Regel drei Bischöfen gemeinsam vollzogen.
Das geistliche Leben des orthodoxen Christen ruht auf dem täglichen Gebet, der Lesung der Heiligen Schrift, der Beichte und der heiligen Kommunion — eingebettet in den Rhythmus des Kirchenjahres.
Die orthodoxe Tradition kennt feste Morgen- und Abendgebete, die im Gebetbuch zusammengefasst sind. Sie umfassen das Vaterunser, Psalmen, Gebete an die Allheilige Gottesmutter und an den Schutzengel sowie das Bekenntnis der eigenen Sünden vor Gott.
Wer am Sonntag die heilige Kommunion empfangen möchte, hält ab Mitternacht das Eucharistische Fasten (kein Essen und Trinken), liest am Vorabend das Kanon-Regelwerk zur Kommunion und tritt vor der Liturgie zur Beichte. Dies ist die übliche Ordnung in unserer Gemeinde.
Jeder Tag des Kirchenjahres steht unter dem Gedenken eines oder mehrerer Heiliger. Die Akathist-Hymne zum Hl. Sebastian von Karaganda — dem Patron unserer Gemeinde — wird an seinem Gedenktag (19. April) und am Patronatsfest gemeinsam gebetet.
Liturgien, Hochfeste und Heiligengedenktage im laufenden Kirchenjahr
Glaubensunterricht und musikalische Bildung für Kinder ab 6 Jahren — eingebettet in das orthodoxe Kirchenjahr
In der Gemeindeschule erhalten Kinder ab 6 Jahren Unterricht im orthodoxen Glauben sowie musikalische Bildung. Gemeinsame Feste, Weihnachtsaufführungen, Kirchengesang und Spiele gehören ebenso zum Programm — eingebettet in den Rhythmus des Kirchenjahres.
Bilder aus dem Gemeindeleben, von Festen und Pilgerreisen
Unsere Gemeinde besteht ausschließlich durch freiwillige Spenden der Gemeindemitglieder. Jeder Beitrag, ob groß oder klein, hilft uns, diesen besonderen Ort des Gebets und der Gemeinschaft zu erhalten.
«Jeder gebe, wie er es sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.» — 2. Korinther 9,7
Für Fragen zu den heiligen Mysterien — Taufe, Beichte, Trauung, Krankensalbung — oder zum Leben der Gemeinde wenden Sie sich an Pater Maxim oder unsere Gemeindeälteste.